Sonntag, 5. April 2009

Mein Märchenprinz aus der Dose

Pünktlich als sich ein potenzieller Prinz mal wieder als Kröte entpuppte, hatte eine liebe Freundin just das passende Trostgeschenk für mich:

Mein magischer Märchenprinz – ein Do-it-yourself-Kit für enttäuschte Prinzessinnen. Die ansprechend rosa Verpackung verspricht die zauberhafte Verwandlung eines faden, fetten Frosches zu einem „ausgewachsenen“ Prinzen, ganz ohne Ersteren küssen zu müssen, allerdings nicht, von Zweiteren tatsächlich geküßt zu werden…


Chemiebaukasten

In einem Becherl befindet sich ein fetter grüner, ausdrucksloser Frosch, welcher sich unter Beigabe von kaltem Wasser innerhalb von 72. Stunden in einen Prinzen verwandeln soll. Zunächst verfärbt sich das Wasser binnen Sekunden grün. Sie sehen, Sie sehen NICHTS. Wie im richtigen Leben: Frau fischt erstmal im Trüben… Immerhin entsteht ein angenehm-chemischer Geruch welcher schon mal Kindheitserinnerungen weckt (an den Slime, den ich nie haben durfte!).

Die Katharsis

Der nunmehr blasse Frosch zersetzt sich in Zeitlupe unter reger Blubberblasenbildung. Der Frosch beginnt am Po (!)zu schmelzen… eine gute Stunde anstelle der in der Gebrauchsanleitung angekündigten 10 Minuten vergehen, bis der Frosch tatsächlich einem winzigen Prinzchen weicht. Naja, das kennt frau ja aus dem richtigen Leben: der Prinz ziert sich…

It´s a boy!

Der Miniprinz hat proportional betrachtet sogar ein recht stattliches Zumpferl, welches sich dann doch nur als Seifenblase entpuppt. Wie im richtigen Leben… Von 1,5cm Anfangsgröße wächst der Dosenprinz tatsächlich stetig an. Langsam. Sympathisch: er nimmt eine geradezu unterwürfig gebeugte Haltung an. Nach rund 5 Tagen (von wegen 72 Stunden!) hat er seine volle Größe von immerhin knapp 5 cm. erreicht. Die „Glasdecke“ des Becherls erreicht er nicht… macht ja nichts, Größe ist nicht Alles. Es zählen die „inneren“ Werte. Welche das wohl sein mögen?
Das „dicke“ Ende

Nach zwei Wochen zeigt sich, dass der Märchenprinz aus der Dose wohl auch nur aus heißer Luft bzw. Wasser besteht: er ist wieder auf 2,5cm geschrumpft. Das Größte an ihm sind nun seine Füße… was mir das wohl sagen will?

Immerhin: aus dem Frosch wurde zwar nicht der Life-size Märchenprinz zum anfassen und fürs Leben aber immerhin eine prinzähnliche Figur. Aus dem vermeintlichen Spielzeug-Dinosaurierei das ich meinem dinoaffinen Neffen jüngst schenkte, schlüpfte gar eine Ente… die Moral von der Geschichte: Nur wo Nutella drauf steht ist auch Nutella drinnen!

photo by Feno

Sonntag, 22. Februar 2009

Happy 50th Barbie!!!!

50 und kein bißchen runzlig...
mattel


Barbieeeeee! so viele schöne Stunden hast Du mir geschenkt. Ich hab für Dich genäht, Dir ein Haus gebaut... und spiele auch heute noch bereitwillig mit den Töchtern meiner Freundinnen Barbie... tja, ich werd wohl mal so enden:

Mittwoch, 23. Juli 2008

Das Rosenverkäufer Dilemma

Warum Rosenverkäufer – an sich eine lästige Spezies – durchaus eine Existenzberechtigung haben.

Jede von uns war bestimmt schon mehr als einmal in der Situation: ein nettes Dinner oder ein Drink in einem angesagten Lokal, als das mehr oder weniger angeregte Gespräch mit dem Gegenüber – ob tatsächlich der Lebensabschnittspartner, Verehrer, akutes Objekt der Begierde oder „nur“ ein Freund oder Kollege sei dahingestellt – jäh unterbrochen wird durch die akzentuierte Frage „Wolle Rose kaufe?“.

Man – und damit meine ich ganz explizit auch Frau! – übt sich geflissentlich in Ignoranz ob der „Unterbrechung“. Alles andere wäre schlichtweg peinlich, für beide. Er denkt „erwartet sie etwa, dass ich ihr jetzt Rosen schenke?“. Sie hofft „hoffentlich glaubt er nicht, dass ich mir Rosen erwarte“ oder aber „vielleicht kauft er mir ja eine Rose… ich hab schon sooo lange keine Blumen von ihm bekommen“.

Ich persönlich liebe Blumen. Freue mich riesig, wenn ich welche bekomme, was eindeutig viel zu selten der Fall ist und ich habe in Wirklichkeit schon öfter von Kunden, Chefs und Freundinnen Blumen bekommen als von Lovern…
Die rachitischen überteuerten Rosen eines Rosenverkäufers nachts in Bars müssen es aber wirklich nicht sein. Ich empfinde es tatsächlich als Belästigung und unnötige Peinigung, wenn ich mich mit obiger Situation, viel zu oft, konfrontiert sehe.

Es müssen nicht immer Rosen sein.

Rote Rosen gelten als die Blumen der Liebe. Weiße Rosen seien angeblich Ausdruck bedingungsloser Ergebenheit. Rosen sind schön, keine Frage aber es müssen wirklich nicht immer Rosen sein.

Dennoch könnte Mann uns viel öfter mit Blumen überraschen – nicht nur in der akuten Werbephase oder aus schlechtem Gewissen, weshalb auch immer… dabei müssen es auch nicht unbedingt riesige, teure Sträuße exotischer – weitgereister (und damit umwelttechnisch bedenklicher) Botanik sein. Eine einzelne mit Bedacht Gewählte – vielleicht meine Lieblingsblume*? – oder ein selbstgepflückter Wiesenblumenstrauß, ja im Notfall auch ein im Park abgerupftes Gänseblümchen, tut es auch.

Leider kommen die Herren der Schöpfung nur all zu selten auf die Idee. Der Weg zum nächsten Floristen ist oft zu weit für ihn. In diesem Falle ist so ein Rosenverkäufer doch vielleicht gar nicht so unpraktisch. Sie machten es ihnen nur all zu leicht, hie und da charmant und lieb zu sein und unsere innersten, geheimsten Erwartungen - nein Wünsche - doch zu erfüllen…
Im Falle eines vergessenen Geburtstags oder Hochzeitstages könnte sich der mobile Florist gar als Lebens- oder zumindest Eheretter erweisen… was dann wieder die höheren Kosten für die ramponierten Stauden rechtfertigen würde, schließlich würden Eheberatung, Anwalt und Alimente weit teurer zu Buche schlagen…

Und dann wiederum, warum sollte ein Mann einer Frau überhaupt Blumen schenken? Weil diese kleine Geste uns soviel geben würde. Das ausdrücken würde wonach wir verzweifelt dürsten und wozu Männer verbal ohnehin oft nicht fähig sind.
Warum nicht Frau ihm? Weil es manchmal doch einfach schön ist Frau zu sein! Obwohl ich schon auch Blumen schenken würde, wenn ich das Gefühl hätte es freut ihn.
Wenn nur das mit den (wenn auch geheimen, oftmals unterbewussten) Erwartungen nicht wäre…

Gentlemen, ihr könntet da echt punkten… wenn ihr wolltet…
…übrigens wenn es doch die (mit Bedacht gewählten) Blumen aus dem Geschäft sein sollten, fürs Entfernen des Papiers vor der Übergabe gibt’s Extrapunkte! ;-)

meine Geburtstagsrosen,
von einem lieben Freund aus Nachbar´s Garten

Für mich soll´ Rote Rosen regnen (Nina Hagen)
I Beg Your Pardon I Never Promised You a Rose Garden (Lynne Anderson)

meine Lieblings-Filmszene hinsichtlich rote Rosen: Flasdance

* wen es interessiert: Maiglöckchen, Pfingstrosen, Orchideen

Montag, 30. Juni 2008

Worin die Spanier den Deutschen überlegen sind

Ich bin zwar nur eine Blondine, die keine Ahnung von Fussball hat und sich auch nicht wirklich dafür interessiert aber mir fallen doch spontan 5 Gründe ein, warum die Spanier verdienter Maßen Europameister geworden sind:

  • Menschlichkeit 1:0
Kinder spielen Fussball mit Stürmerstar
versus
Der Frust der Fans

  • Leidenschaft -Pasión! 1:0
Toreros am Fussbalfeld... wie Flamencotänzer
versus
Wandertag im Seniorenheim
  • Bescheidenheit 1:0
Fiesta im Stubaital
versus
Nationalelf feiert im Szeneclub und lädt Kanzlerin
  • Bodenhaftung 1:0
Spanier mit Respekt
versus
Freilos bis ins Finale
  • Stil 2:1
Die stilvollsten Kicker
wenngleich ich zugeben muß, dass Joachim Löw wirklich der bestgekleidetste Trainer ist! Seine Hemden sind (noch) einzigartig. Joachim Löws sexy Masshemden bald als Konfektion erhältlich by Strenesse

achja und Fussball scheinen sie auch spielen zu können...

Girl meets Boy - the sequel

Auch wenn nicht alle "Prinzen" beim ersten Date überzeugen konnten, so sollte man Amor durchaus eine zweite Chance gewähren und so traf ich alle Finalisten noch mindestens ein zweites Mal.

Bei Einem blieb es dann auch dabei. Es waren sehr lustige Dates aber wir waren uns doch einig und beide offen genug, dass nicht mehr aus uns würde und haben es völlig clean beendet. Fazit: trotzdem eine durchwegs positive Erfahrung! Eben wie beim Brieflos... ;-)

Bei meinen „Tänzern“ war das schon ungleich komplizierter. Vom „unglaublich coolen und super süßen“ Salsaking hab ich ja bereits ausführlich berichtet…

Da gab es noch den "Ballkönig".

Abgesehen davon, dass er sich in seinem Profil einen Magistertitel Marke Ute Fabel verlieh, hörte er sich auch sonst gerne davon erzählen, welch erfolgreicher Manager er nicht sei. Die Art wie Er sich ganze Hände voll Erdnüsse in der Szenebar in den Mund schob turnte mich zwar nicht gerade an aber die Aussicht, einen knieweichen Tanzpartner für einen der wichtigsten Bälle der Saison zu haben, verlockte mich doch, ihn zumindest noch dieses eine Mal zu treffen.
Ganz Kavalier holte er mich pünktlich in seinem Coupé ab und geleitete mich in die Hofburg. Dass sich die Herren wahrscheinlich nicht all zu viele Gedanken über ihr Outfit für ein Date machen haben wir ja schon besprochen. Ich hätte mir auch nicht gedacht, dass bei einem Ball viel schief gehen könnte... Die Erscheinung meines Ball-Partners war dann aber doch ein echter Schock. Immerhin konnte ich es hinterher mit meinen Freundinnen haarklein von oben nach unten sezieren:
  • Ein Jackett (richtig, erster Fehler des ach so versierten Ballgehers: kein Smoking, wie eigentlich dem Anlass angemessen) im 80er Jahre Stil, welches John Travolta vor Neid erblassen ließe.
  • Darunter ein Hemd von „Seersucker-Qualität“ (kennt ihr die angeblich „bügelfreie“ Bettwäsche? Sogar da krieg ich Gänsehaut, wenn ich nur daran denke!).
  • Die Hose war allen Ernstes eine stinknormale 5-Pocket, zu allem Überdruss auch noch im Karotten 7/8 Cut.
  • da haben ihn die einzig stilechten Ballschuhe auch nicht mehr herausgerissen.
Immerhin war er dann tatsächlich ein recht guter Tänzer und ich genoss es einige Standardtänze mit ihm virtuos über das Parkett zu fegen. Schließlich war das auch alles wofür er sich eignete.
Abseits der Tanzfläche wäre er auch bei Ellenmayer mit Pauken und Trompeten durchgefallen. So machte er nicht nur keinerlei Anstalten mal ein Getränk zu spendieren und das, obwohl ich ihn (mittels Firmenkarten) zum Ball einlud, sondern SMSte darüber hinaus während des gesamten Abends mit einer Anderen. Dumm nur, dass es sich dabei zufälliger Weise um meine Kollegin handelte, welche er zuvor über selbige Plattform kennen lernte und am Ball zufällig (wie er dachte) wieder traf. Er konnte offensichtlich nicht einmal eins und eins zusammen zählen, immerhin hätte ihm doch auffallen müssen, dass wir bei derselben Firma – einem Sponsor des Balls – arbeiteten.
So wurde der Tanzbär bald verabschiedet und der Ball klang bei einem Frühstück unter Freunden und Kollegen im Landtmann aus, bei welchem wir herzhaft über den Traumtänzer herzogen – die besagte Kollegin und ich!
Ich bekam dann noch schwülstige SMS aus London während einer Geschäftsreise von ihm „wish you were here“, die ich – unnötig zu erwähnen – unbeantwortet ließ.

Und dann war da noch „Blue Eyes“.

Er machte mich eigentlich schon vor meinem Selbstversuch über eine Business-Netzwerk-Plattform an. Immerhin charmant genug, mit einem netten Lächeln am Profilfoto, sodass ich – erstaunlicher Weise – darauf einging.
Beim Vorstadt-Wirtshaus-Date im Verhörstil ("wer fragt der führt") hatten wir Tanzen als gemeinsames Interesse identifiziert und so wurde die gemeinsame Absolvierung eines Salsakurses ins Auge gefasst. Weil dies aber offensichtlich eine schwerwiegende Entscheidung ist, bedurfte es erst einer eingehenden Prüfung, ob wir denn auch genug harmonierten für solch eine intime Angelegenheit… Für andere Intimitäten war er dann doch aufgeschlossener. So lud er mich zum dritten Date in seine Wohnung ins ferne Transdanubien um in seinen 40. hineinzufeiern. Stilsicher mit Pizzaservice (!) und Hofer-Champagner (nichts gegen Hofer-Champagner, der ist durchaus ok!).
Bei Chill-Out Musik aus seinen neuen „bösen“ Boxen auf der Designercouch vorm Flat-TV (mag alles bitte ausgiebig bewundert werden!) fing er mich dann an anzuknabbern. Sprichwörtlich. Vielmehr war Beißen sein USP, wie er selbst noch betonte. Mein Ding war das nicht… und ich war ihm eh viel zu kompliziert!

Also gut, man kann nicht alles haben. Streichen wir „guter Tänzer“, von mir aus sogar „Bereitschaft zum gelegentlichen gemeinsamen Tanzabend“ vom Anforderungsprofil an den Traummann. Denn EINER bleibt dann noch…. und der interessiert mich auch nach drei Dates noch sehr…