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Montag, 17. Juni 2013

Meine Rede!

Quelle: Der Standard 17.06.2013, S. 1

Ich zitiere zu dem Thema auch gerne:

"It's not the size of the ship, but the motion in the ocean" (Anonym)

oder Frank Zappa "everything more than a mouthful is wasted!"

Quelle: funnyquotes.com

Sonntag, 12. Mai 2013

früher war alles besser!?



Quelle: Der Standard

Der Magerwahn macht auch vor dem Kinderzimmer nicht halt. Kinder sind beinhart. Auf meine Frage, welche Biene Maya ihnen besser gefällt, antworteten meine Neffen (9 und 5 Jahre - immerhin noch mit "alten" Biene Maya DVDs von mir versorgt) "Na die Dünne - weil die besser fliegen kann!"
Die wasserstoffblonde, aerodamische Bienengeneration .... Sogar Willi ist neuerdings Anorektiker und wahrscheinlich ist er nicht mehr faul sondern laboriert an ADHS. Die Welt steht auf keinen Fall mehr lang....


Mittwoch, 22. Juni 2011

Was war vor "Sex and the City"? III

DAS Role Model für Carrie Bradshaw war gewiss auch und vor allen Dorothy Parker (1893-1967). New Yorkerin durch und durch, Schriftstellerin, Femme Fatale und Enfant Terrible der New Yorker Szene in den 20/30/40er Jahren und Mitbegründerin des "New Yorker" - jenem Magazin bei dem "heute" die fiktive Carrie Bradshaw ihre Kolumne "Sex an the City" tippt.

Dorothy Parker (1893-1967)

Die heute so berühmte Carrie Bradshaw nimmt sich im Vergleich mit ihrem historischen Vorbild jedoch schlichtweg als "Unschuld vom Lande" aus. Gemein ist ihnen: weit über ihre Verhältnisse zu leben, ihre bedingungslose Liebe zu New York, ihr Stil, ihr Einfluß, ihr Humor und das Schreiben von Kurzgeschichten - u.a. für den "New Yorker" und "Vogue".

Wenngleich Dorothy Parker tatsächlich mit dem Who-is-Who des New Yorker Geldadels verkehrt (in mehr als einer Hinsicht) und einige der brillantesten Schriftsteller zu Ihrem "Vicious Circle" am "Round Table" des Algoquin Hotels schart, ist ihr Leben tatsächlich doch eher trist. Sie soll zwar auch immer in die neueste Mode und feinstes Tuch gehüllt gewesen sein , Shopping war aber die geringste ihrer Süchte. Schwer Alkohol- und Medikamentensüchtig starb sie letzten endes, einsam und verarmt in einem kleinen Hotelzimmer jenseits der 72. Strasse - dabei hörte New York für sie einst eben dort auf...

"Ich möchte niemals irgendwo hingehen, von wo aus ich nicht bis spätestens Mitternacht zum Broadway und in die 44. Straße zurückkommen kann."

Ironie von der Wiege bis zur Bahre


Die leidenschaftliche New Yorkerin wurde 1893 als Halbjüdin, als Dorothy Rothschild (allerdings nicht von DEN Rothschilds) in New Jersey geboren - im Sommerurlaub der Familie. "Ich wurde um die Ehre gebracht, eine gebürtige New Yorkerin zu sein, weil ich zur Welt kommen musste, während die Familie den Sommer in New Jersey verbrachte (...)". I
hre Kindheit war bereits von Drama gezeichnet, so soll sie schon früh mit dem Spruch "what fresh hell is this?" die Türglocke oder das Telefon beantwortet haben. Depressionen begleiteten sie ihr Leben lang.
Sie war eine der einflußreichsten US- TheaterkritikerInnen und SchriftstellerInnen und feierte mit ihren Kurzgeschichten große Erfolge. Einen Roman zu schreiben gelang ihr nie, ihre Drehbücher, die sie als hochbezahlte Autorin diverser Hollywoodstudios verfasste, wurden meist nie verfilmt (oder letztendlich nicht veröffentlicht) und ihre eigenen Theaterstücke waren Flops.
Die zwei Dutzend "Algonks" - so nannten sich die "Tafelritter" - erhielten zusammen sieben Oscarnomminierungen, vier Oscars, zehn Pullitzerpreise und zwei Tony Awards. Dorothy Parker selbst sollte keinen dieser begehrten Preise ihr eigen nennen.

In Ihrer Zeit bei "Vanity Fair" machten sie und ihr Kollege und Lebensmensch Robert Benchley sich den Spass "komische" Todesanzeigen auszuschneiden und aufzuhängen und ihre eigenen Grabinschriften zu verfassen. Ihr früher Entwurf lautete "Excuse my Dust".
Die Urne mit der Asche ihrer sterblichen Überreste sollte dann tatsächlich 22 Jahre in Abstellräumen von Bestatter und Anwälten verstauben, bis sie 1988 endlich ihre letzte Ruhe und Ehre in einem ihr gewidmeten "Dorothy Rothschild Parker Memorial Garden" - in Baltimore (!) findet.

Dorothy und ich

In unseren Breiten ist Dorothy Parker weitgehend unbekannt. Scha(n)de. Ich habe zwar in Vorbereitung auf meine erste New York Reise, vor 20 Jahren, eine ihrer Kurzgeschichten gelesen, sollte sie aber dann wieder vergessen. Ich "begegnete" ihr erst wieder in in den Kolumnen von Polly Adler, welche sie gerne zitiert.
Ich selbst konnte auch ein paar Gemeinsamkeiten mit der New Yorker Grande Dame ausmachen, ich mag nicht so mondän und brillant sein, den Hang zum Drama, das fehlende Glück mit Männern und das Zweifingersystem, mit welchem ich hier tippe, teile ich jedenfalls mit ihr...

Cocktail Serviette aus dem
Algonquin Hotel, New York 44th Street

Nun ist eine sehr interessante und kurzweile deutschsprachige Biographie mit dem spritzigen Titel "Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber" (ein Dorothy Parker Zitat, what else?) von Michaela Karl erschienen, welche ich freilich flugs mit Genuss verschlungen habe!

Ich habe mit Entsetzen, aber auch einer gewissen Erleichterung festgestellt, dass eine Frau gar nicht klug genug sein kann, um nicht doch einen bemerkenswert schlechten Geschmack zu haben, was Männer anbelangt, und dass eine grenzenlose Leidenschaft zum Unglücklichsein nicht davon abhalten muss, witzig zu sein.“ (Michaela Karl, Biografin von Dorothy Parker)

Es gibt auch einen schönen (traurigen), hochkarätig besetzten Film über Sie und ihre Tafelrunde: Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis (englischer Originaltitel: Mrs. Parker and the Vicious Circle bzw. Mrs. Parker and the Round Table).


Meine Lieblingszitate von Dorothy Parker:

Dorothy Parker auf die Frage wie ihr Traumman aussähe: „Brillant genug, um unterhaltsam zu sein, böse genug, um aufregend zu sein, und clever genug, um ein guter Zuhörer zu sein.

„(Der Boss) hat dich noch nie gesehen, wenn du um 8.45 Uhr ins Büro gekommen bist, aber komm einmal um viertel nach zehn, dann wird er mit dir im Lift hochfahren

Wenn du wissen willst, was Gott über Geld denkt, dann guck dir bloß die Leute an, denen Er es gegeben hat.“

I know the things I know, And do the things I do; And if you do not like me so, To hell, my love, with you!

Rena Koenig: If I had a Gun
Hommage à Niki de Saint Phalle
70x90cm, Acryl auf Leinwand
10/2010

If I had a shiny gun, I could have a world of fun. Speeding bullets through the brains, Of the folk who give me pains.

Spott mag mein Schild sein, aber es ist keine Waffe

Ich weiß es wird ein großer Schock für sie sein, Mr. Goldwyn, aber in der Geschichte der Menschheit, die Millionen und Abermillionen Menschenleben gesehen hat, hatte nicht ein einziges ein Happy End.

Schick niemals einen Laufburschen zu einer Besorgung, für die es einen ganzen Mann braucht.

Alles ist immer schlimmer, als man sich´s vorgestellt hat.

Frauen und Elefanten vergessen niemals.

London befriedigt dich, Paris lässt dich resignieren, New York aber gibt dir immer Hoffnung.

An dem Tag, an dem du Ungerechtigkeit akzeptierst, solltest du dich erschießen.


Was war vor "Sex an the City" I


Dienstag, 14. Dezember 2010

Single Kex

Sag´ mir was Du bäckst
und ich sag´ Dir wer Du bist.


diese Ausstechform fehlt noch in meiner Sammlung...

Es ist wieder einmal soweit. Die „stille Zeit“ naht, es „weihnachtet“ schon sehr. Mamis basteln mit ihren Kleinen abstrakten Christbaumschmuck und stechen lecker Kekserl aus. Unser eins - unbemannte Stadtmädels - sticht von Punschmeeting zu Punschmeeting und trinkt schon mal im Voraus für die emotional schwierigsten Tage im Jahr.

Dennoch, auch so manch Singlefrau kann und darf gern kochen und backen. Ich bin leidenschaftliche Hobbykonditorin und beglücke alljährlich meine Umwelt mit Selbstgebackenem feinster Qualität.

Eine unrepräsentative Feldstudie führte mich neulich beim Verkosten mit meiner Schwester zu folgender Theorie:

An der Auswahl der Weihnachtskekse kann Mann den Status der Bäckerin erkennen.

Freilich ist damit nicht gemeint:

Gekauftes = Singlefrau,

Selbstgebackenes = Hausfrau/Ehefrau/Mutter.

Das ist ebenso pauschal wie unwahr.


Meine Erkenntnis fußt auf folgenden Selbstversuch:

Menge der Probanden: 2 (gleicher Herkunft, Erziehung und Tradition)

Anzahl auszuwählender und zu verwirklichender Rezepte jeweils: 5

Bäckerin A: meine Schwester (verheiratet, 2 Kinder, 1 Hund, 1 Katze, am Land lebend)

Bäckerin B: ich selbst (Single, kinderlos, Allergikerin, Städterin)

Backwerk-Variation A: Vanillekipferl, Reisnerkrapferl, Nussecken, Linzer Augen, Zimtsterne (und außer Konkurrenz: homöopatisch angereicherte Kräuterkekse für den Hund zur Vorbereitung auf die Sylvesterknaller! - in Knochenform versteht sich!)

Backwerk-Variation B: Lebkuchenmännchen, Negerküsse*, Hausfreunde, Bethmännchen und Pariser Stangerl.

Quod erat demonstrandum. Die Interpretation überlasse ich dem geneigten Leser und vernasche flugs einen Hausfreund, nehm´ ein Bethmännchen mit ins Bett, sorge dafür, dass das entzückende Lebkuchenmännchen seinen Kopf verliert, überhäufe mich mit Negerküssen und beisse genussvoll in ein stattliches Stangerl – Pariser laß ich ausnahmsweise mal weg...

Design3000

Merry Kex-Mess!

* Rassismus-Wächter mögen mir verzeihen, ich kenne leider den politisch korrekten Namen dieses Traditionsgebäcks nicht

und so sieht der Keks-Traum der Männer aus...

liebes Christkind,

ich bräuchte auch noch diese Ausstechförmchen...


Montag, 26. Juli 2010

Was war vor "Sex and the City"? II


A Single Girl´s genealogical research - meine "Ahnenforschung" zu SATC


Am Anfang steht die Emanzipiation der Frau, die sexuelle Revolution und:

Anita Loos (1888-1981) „Gentlemen prefer Blondes“ (1925)

Die erste amerikan. Autorin, die sich über Sex lustig macht; die erste bedeutende DrehbuchautorIN Hollywoods.

"Gentlemen Prefer Blondes". The Illuminating Diary of a Professional Lady oder "Blondinen bevorzugt": Das lehrreiche Tagebuch einer jungen Dame von Beruf; wurde in 14 Sprachen übersetzt.

Lorelei und ihre Freundin aus dem hinterweltlerischen Little Rock versuchen sich auf hoher See einen Milionär zu angeln... und trällern dazu als Showgirls ihr "Two little Girls from Little Rock"

1953 verfilmt mit Marilyn Monroe und Jane Russel - der Hit daraus „Diamonds are a Girl´s best friend“ (Leo Robin/Jule Styne) inspirierte nicht zuletzt Madonna zu ihrem Signature-Hit „Material Girl“ (1985). Coversions: Kylie Minogue, Nicole Kidman in "Moulin Rouge"

Es folgte „But Gentlemen marry Brunettes“ (1928) = "Brünette – heiraten!" ebenfalls verfilmt mit Jane Russel (Paris 1955).

Wie Loos´ Lorelei kam auch ihre "Nachfolgerin" aus einem ebenso idyllischen wie verschlafenen Städtchen in den USA. Green Forrest, Arkansas ist der Geburtsort von:

Helen Gurley Brown (*1921) „Sex and the Single Girl“ (1962)

Sie verfasste auf Basis ihres persönlichen Erfahrungsschatzes einen Ratgeber für junge Frauen, um mehr Selbständigkeit, finanzielle Unabhängigkeit und sexuelle Freiheit abseits des Ehehafens zu erreichen. Sie wurde damit zur Schirmherrin der 2. Welle der sexuellen Revolution. Das Buch wurde 2 Millionen mal verkauft, in 35 Ländern.

Legionen von sog. „Pink Collar Worker“innen folgten ihren "Rules" in mehr oder weniger Unabhängigkeit, nur so manche "Goldgräberin" scheint da wohl etwas falsch verstanden zu haben...

Zitate:

„During your best years you don´t need a husband“

„Men who help women with their careers are sexier than men with flat stomachs, large biceps, and other remarkable asstes“

1964 verfilmt mit Natalie Wood als Dr. Helen Gurley Brown, der Autorin von „Sex an the Single Girl“, welche zahlreiche komische Situationen im zwischengeschlechtlichen Kontakt durchlebt. Weitere Darsteller Tony Curtis, Henry Fonda und Lauren Bacall.

2003 "Down with Love" mit Renée Zellweger scheint ebenfalls an Helens "Sex an the Single Girl" angelehnt zu sein - in einer neuzeitlichen / postfeministischen Version.

Und dann kam:

Candace Bushnell (1958) „Sex and the City“ (1997)

Kolumnistin beim New York Observer; weitere Bücher „Four Blondes“, „Trading Up“, „Lippstick Jungle“ (TV-Serie mit Brooke Shields), „The Carrie Diaries“ (Prequel to SATC).

TV Serie (6 Staffeln von 1998-2004 mit Sarah Jessica Parker als Carrie Bradshaw); 2 Kinofilme (2008 und 2010).

Die „Jüngerinnen“:

Helen FieldingBridget Jones“ (1999) verfilmt mit Renée Zellweger als Bridget

Sophie KinsellaShoppaholic“ (GB 2000) 2009 verfilmt mit Isla Fisher als „Becks“

Cindy Chupack (Drehbuchautorin bei SATC) „The Between Boyfriends“ (2003)

Liz Tuccillo et al. „He´s just not that into you“ – „Er steht einfach nicht auf dich!“. Warum Frauen nie verstehen wollen, was Männer wirklich meinen. (2006) Ratgeber von Autoren aus dem SATC-Tean. Verfilmt 2009 mit Jennifer Aniston u.a.

Deutschland:

TV: „Alles ausser Sex“ (2005-2006 mit Annette Frier)

Illustration zu "Familienstand: erledigt" Hot Bitch Melba in "City" 1996

Österreich:

Angelika Hager alias Polly Adler Kolumnen in „City“ („Hot Bitch Melba“ 1995-2004) und „Polly Adler in der Kurier „Freizeit, diverse Polly Adler Bücher („Chaos de Luxe“, „Auch Luder brauchen Liebe“, „Amour pfuh...“, „Pollywood“, „Nur Ideoten sind glücklich“, „Pollyklinik“ etc.) TV-Serie „Polly Adler – eine Frau sieht rosa“ (2005).

Donnerstag, 30. Juli 2009

Requiem für das Y-Chromosom

Was müssen meine müden Augen da auf ORF.on lesen? Das „Y-Chromosom könnte ,aussterben´“ und das wo ich gerade erst angefangen habe „des Pudels Kern“, also das Y-Chromosom zu verstehen. Habe ich doch erst jüngst eine äußerst interessante und nicht minder logische Theorie zum Thema zwischengeschlechtliche Kommunikation gelesen:

Y-Chromosomen kennen keine Frauen*

Nach dieser Theorie ist das Y-Chromosom, dass ja tatsächlich nur in Männerkörpern vorkommt und vom Vater zum Sohn weitergegeben wird, Träger hochkonzentrierter Männlichkeit, Erbe tausender Generationen des „starken Geschlechts“. Das Machogen verfügt über einen Erfahrungsschatz der weit über den Chromagnon Mann zurück reicht bis zu den ersten Säugetieren überhaupt aber es hat nie die Welt aus weiblichen Augen betrachtet. Zu dem wurzeln seine Erinnerungen ausschließlich auf Erfolgsgeschichten.

"Wann ist ein Mann ein Mann?"****

Hat es doch immer einen starken Selektionsdruck bestehen müssen. Nur das stärkste Männchen im Rudel kam zum Zug, nur der reiche Pasha durfte seine Haremsdamen beglücken, nur der siegesreiche Ritter ein Burgfräulein zur Frau nehmen. Und so wurde aus jeder Generation von Männern, Sieger aus einer Gruppe von Siegern ausgewählt. Klein Y ist damit quasi der Extrakt der Siegergene.

"Männer bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit"****

Mit der Einführung der Familie – erst in der Neuzeit unserer Zivilisation also – wird diese verschärfte Auslese obsolet. Jetzt hat im Prinzip jeder Mann eine Fortpflanzungschance, dabei selektiert die Frau und als Kriterium gilt Macht und Geld (als Antwort auf den Urinstinkt der Sicherung der Nachkommen). „Klein Y als letzter Hort der Männlichkeit“** hat das noch nicht kapiert. Es wähnt sich immer noch in Siegerkörpern, dabei wird es schon längst auch von „Schwachen“ zu noch Schwächeren weitergegeben…

Eine Krankheit namens Mann**

Die Folge scheint eine fortschreitende Degeneration des Männermacher-Gens zu sein. Studien besagen, das Y-Chromosom hat schon 2/3 seiner ursprünglichen Größe eingebüßt. „Verluste werden unweigerlich vom Vater auf den Sohn vererbt. […] in dem Maße, wie Y-Chromosom verfällt, schwindet Fruchtbarkeit des Trägers“**. Tatsächlich seien ¼ der Unfruchtbarkeitsfälle auf verletzte Y-Chromosomen zurückzuführen. Wissenschaftlern zu folge könnte das Y-Chromosom in 5000 Generationen, also ca. 125.000 Jahren völlig verschwinden.

Wie war das mit Darwins Theorie? Nur der Stärkste und so…. und nun ist doch das „starke Geschlecht“ vom Aussterben bedroht? Vielleicht ist das Weibchen eben doch anpassungsfähiger! Adapt or die!

Der Britische Biologe Steve Jones versteigt sich sogar zu der gewagten Aussage „was des Mannes Bedeutung für die Fortpflanzung angehe, müsse man ihn als ´Parasiten´des Weibchens einstufen“.**

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass das X-Chromosom viel älter ist als das Y-Brüderchen. Die Mutation Y-Chromosom trat „erst“ vor 320Mio. Jahren auf. Und auch die sog. „Mitochondriale Eva“ (die Frau mit der wir Frauen alle verwandt sind) wandelte laut Archeogenetik (was es alles gibt!) schon 85.000 Jahre vor Adam-Y (der Vater aller Männer) im Paradies…. Wer ist nun aus wessen Rippe???

"Männer sind so verletzlich..."****

Das Machogen neigt zum Verfall. Das Y-Chromosom ist, wie seine Träger übrigens, deutlich anfälliger als die große Schwester X. Schon als Fötus sind Jungs anfälliger, es gibt deutlich mehr männliche Fehlgeburten.

"Männer sind schon als Baby blau"****

Mädchen werden schon mit höherem Reifegrad geboren als Jungs. Gemäß einer Studie in England verursachen männliche Jugendliche auch 10 mal höhere Kosten wie Mädchen (durch Krankheit, Kriminalität etc.). Träger von doppelten Y-Chromosomen (also XYY ) wird gar eine niedrigere Intelligenz attestiert, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit straffällig und das Y sogar „Mörderchromosom“ genannt.

"Männer kriegen ´nen Herzinfarkt"****

Männer sterben früher (übrigens auch mehr Unfalltote – durch Fehleinschätzung von Risiken! - tja, beim Einparken gits wahrscheinlich selten Tote...). Laut Studien ist tatsächlich das Testosteron daran schuld, so sterben Kastraten angeblich im Durchschnitt 13 Jahre später (dafür wahrscheinlich depressiv!).

"Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich"****

Ereilt uns das selbe Schicksal wie den Dinosauriern: Frustrierte Weibchen, Artentod durch Männersiechtum?

"Frustrierte Dino-Weibchen"
eigene Darstellung***

Oder geht es (technisch) doch auch ganz ohne Männer? "Schöne neue Welt 127000 n. Chr." Ein „sapphisches Utopia“**.

Es lebe das Matriarchat! – übrigens keine Utopie, sondern gelebte Realität in der frühen Urgeschichte, auch noch in der Antike (Lesbos) und manchen Kulturen der Neuzeit (Indien, Irokesen, Tuareg etc.) wie in Naturvölkern sogar heute noch in entlegenen Winkeln unseres Erdenrunds.

"Männer sind furchtbar stark"****

Nur, wer würde dann die Spinnen töten, die Reifen wechseln und über wen würden wir dann stundenlang am Telefon mit den Freundinnen lästern??? --> Rettet das Y-Chromosom! (wer braucht Wale? – das Hemd ist mir dann doch näher als der Rock!!!!)

The Answer is SEX

Dabei stellt sich mir erstmal die Frage, warum denn dann das Ganze? Ich meine Mann, Frau. Das ganze Theater..? Die Antwort ist so einfach wie logisch: SEX what else? Klar, es macht das Leben spannend, schön, entspannend, …. Ja, Ja, Ja!!!!!

Dabei hat der „Spaß“ aber auch einen tieferen Sinn: nämlich die Vermischung des genetischen Materials, um Defekten entgegenzuwirken. Und doch ereilt das „starke Geschlecht“ eben ein solcher und das Machogen „schrumpft einer ungewissen Zukunft entgegen“**.

Spannend: In der Tierwelt sind schon konkrete Szenarien zu beobachten. So reduzieren sich bei den Anglerfischen die „Männchen“ gar schon aufs einzig Wesentliche. Die Männchen dieser Gattung bestehen tatsächlich und ausschließlich aus ihren Genitalien. Quasi ein schwimmender, bio-betriebener Vibrator!

Im Kaukasus leben Mull-Lemminge, deren Männchen bereits ohne Y-Chromosomen existieren. Leider können die Weibchen nicht befragt werden, was die Auswirkungen auf ihr Sexleben und die zwischengeschlechtliche Kommunikation sind. Aber wie clever Lemminge sind und wie sie oft enden ist ja bekannt…

www.nichtlustig.de

* aus „Männer eine Spezies wird besichtigt“ von Dietrich Schwanitz

** Der Spiegel 38/2003 „Eine Krankheit namens Mann“ Jörg Blech/Rafaela von Bredow

***nach der Theorie zum Aussterben der Dinosaurier, wonach durch einen plötzlichen Temperaturabfall (etwa durch Verdunklung der Sonne in Folge vermehrter Vulkanausbrüche oder Einschlag eines Meteors) die höhertemperierten Eier der männlichen Dinobabies abstarben.

****Vorschlag für Requiem: Männer von Herbert Grönemeyer genial aufbereitet auf youtube.de

Bernhard Ludwig zum Thema Mann-Frau Komminukation

Y-Chromosom auf Wikipedia