Sonntag, 30. August 2009
House Heaven
Donnerstag, 20. August 2009
Der Schwierige* 2009
Neulich im Theater ereilte mich eine unerwartete Offenbarung. Bin ich doch im Allgemeinen eher unempfänglich für klassisches Theater und leider auch nur schwach belesen in der klassischen Literatur, so überraschte mich die Aktualität des Stücks und die darin vermittelte Philosophie ebenso wie der, wenn man von einigen biedermeierlichen Schnörkeln absieht, fast modern anmutende Sprachwitz des Herrn von Hofmannsthal.
Es gilt als „Kommunikationsstück“ – also schon damals machte man(n) sich Gedanken über die (zwischengeschlechtliche) Kommunikation bzw. die Limitiertheit der Sprache.
„Sprechen ist ein ungeheurer Kompromiss“ (Hugo von Hofmannsthal, Tagebucheintrag zu Beginn seiner Arbeit an „Der Schwierige“)
Ich kann nichts über das Wesen der Männer im 18. Jahrhundert - in dem das Stück angesiedelt ist - oder des frühen 20. Jahrhunderts (als das Stück entstand) sagen, aber der komplexe männliche Charakter der Jahrtausendwende ist mir nicht völlig unbekannt und so konnte ich doch einige Parallelen zwischen dem Protagonisten und den heutigen Herren erkennen. "Der Schwierige" ist damit mindestens so aktuell wie zu seiner Entstehung. Wie traurig, Heerschaften von Suffragetten und Frauenrechtlerinnen, der weiblichen Emanzipation und Gender Mainstream haben uns doch nicht weiter gebracht. ER darf weiter "der Schwierige" sein (während unsereins schnell als "Zicke" abgestempelt wird) und frau blickt huldvoll auf ihn - "adoriert"...
Wenn man die Biedermeier-Sprache des alt-österreichischen Hochadels entschnörkelt und das Stück in eine modernere Sprache hüllte, ginge es glatt als Edel-Drehbuch einer „Sex and the City“-esken Seifenoper durch.
Charakterisierung des „Schwierigen“ gestern und heute (am Beispiel von „Mr Big“ aus SATC)

Um nicht nur bei fiktiven Gestalten aus Literatur und Fernsehen zu verharren, hier noch das Ergebnis meiner – wohlgemerkt statistisch unrepräsentativen – Stichprobe, welche mittels „Hochrechnung“ folgendes – repräsentative – Bild ergibt:

„Wenn Du sagst ´im Allgemeinen´ so meinst Du was Spezielles“ (Crescence)
„Ich bin der Unkomplizierteste der Welt." (Kari Bühl)
"Männer sind doch nie so verliebt" (Crescence)
"Was ich nur an mir habe, dass alle Menschen so tentiert sind, mir eine Lektion zu erteilen, und dass ich nie ganz bestimmt weiß, ob sie nicht das Recht dazu haben" (Kari Bühl)
Auf Stanis Frage, wie das ist, wenn man plötzlich kein Junger mehr ist und ob man sich daran gewöhne: "Ja, es gibt immer noch gewisse Momente, die einen frappieren. Zum Beispiel, wenn man sich plötzlich klar wird, dass man nicht mehr glaubt, dass es Leute gibt, die einem alles erklären könnten." (Kari Bühl)
Neuhoff zu Helene über Ihre (Nicht)Beziehung zu Kari: "Verschwenderin! Sie leihen ihm alles, auch noch die Kraft, mit der er Sie hält".
"Das ist doch ein Horreur. Mit neunundreißig Jahren nicht wissen, woran man mit sich selber ist, das ist doch eine Schand." (Kari Bühl)
"Ich versteh mich selbst viel schlechter wenn ich red als wenn ich still bin." (Kari Bühl)
"Es hätte eine die Kraft haben müssen, sie zu zwingen, dass sie von ihr immer mehr und mehr begehrt hätten." (Helene) - ja das wär´wohl die hoher Kunst einer wahren Männerflüsterin! (s.u.)
"Der Schwierige" - szenische Lesungam Theater zum Himmel im Hörbiger Haus
Foto: Frank Helmrich
Hugo von Hofmannsthal "Der Schwierige" (1918/19) uraufgeführt 1921, erhältlich als Reclam (Nr. 18040)
dzt. am Theater zum Himmel im Hörbiger Haus Regie/Titelrolle: Karlheinz Hackl mit Maresa Hörbiger, Konstanze Breitebner, Franziska Hackl, Fritz Hammel, Johannes Terne / Dominic Oley
oder als DVD vom Burgtheater-Erfolg 1991 mit Karlheinz Hackl
Must-have: "Sex and the City - Kiss and tell" der Almanach zur Serie
HBO Episode Guide
Samstag, 15. August 2009
Don´t stop the carnival!*

Antiguan Carnival
In Antigua findet das bunte Treiben Ende Juli, Anfang August statt, wobei sich die Meinungen teilen, ob es ursprünglich gerade zu dieser Zeit des Jahres, als Feier der eingebrachten Zuckerrohrernte oder der Emanzipation der Schwarzen, die in Antigua tatsächlich Anfang August 1834 stattfand, angesetzt wurde.
Am letzten Montag im Juli geht´s los. In der Opening Parade ziehen die Gewinner des Vorjahres gefolgt von den Bewerbern dieses Jahres durch die Hauptstadt St. John´s. In den folgenden Tagen finden dann die einzelnen Bewerbe statt: z.B.: Die Wahl zur „Miss Antigua“ – die außer schön sein auch noch gut singen, tanzen und über das beste Kostüm verfügen muss. Letzteres ist nicht immer unabhängig von den Mitteln des jeweiligen Sponsors, meist eine der vielen Off-Shore-Banken des Steuerparadieses. So tritt „Miss Insurance Company“ gegen“ Miss Bank of Antigua “, “Miss Swiss American Bank” etc. an. Bundesländer gibt es auf der nur 442 km² (nur 27km² größer als Wien!) großen Insel ja nicht.
Trotzdem ist das Cricket-Stadion randvoll bei der abendfüllenden Veranstaltung, hauptsächlich Frauen verfolgen kritisch die einzelnen Darbietungen. In der Folge kommen dann die Missen der umliegenden Inseln um sich einer weiteren Kür zu stellen, mit noch prächtigeren Kostümen. Nicht minder wichtig die Bewerbe zur „Miss Big and Beautiful“ (welch ein Stimmumfang, selbst Gloria Gaynor wäre vor Neid erblasst!), diverse Kindertruppen und Juniormissen etc. Die „Königsbewerbe“ jedoch stellen – nomen est omen - die Ausscheidung zum „Calypso-Monarch“ und der Calypso-Queen“ dar, sie genießen auch allerhöchstes Ansehen für den Rest des Jahres. Natürlich nicht zu vergessen die Wahl der besten Steelband und der „Band oft he Year“ schlechthin.
Aus riesigen Lautsprechern tönen die für die kleinen Antillen so typischen Calypso und Socca Rhythmen, Reggae nur unter ferner liefen. Steelbands, mit bis zu 32 „pans“ – alten Ölfässern zum präzise gestimmten Musikinstrument umfunktioniert (einst aus Not, dem Verbot der Bambustrommeln in Trinidad 1939 erfunden) – wetteifern um Rang und Ansehen (Engagements in den führenden Hotels auf der Insel). Die international erfolgreiche Soccaband „Burning Flames“ ging einst in den 80er Jahren aus einem Karneval-Bewerb siegreich hervor. Ihr größter Hit „Fire under me foot“ aus 1996.
Fastnacht "J´ouvert"
Am 1. Montag im August – eine Woche nach Beginn des antiguanischen „Faschings“ – ist es als hätten sie tatsächlich Feuer unter ihren Füssen: in der Nacht der Nächte „J´ouvert“ (frz. „jour ouvert“) wird ab 4 Uhr Früh getanzt und gefeiert bis im wahrsten Sinne „die Fetzen fliegen“. „Jumpin´and jammin´“ ungeachtet der tropischen Temperaturen und der eventuell anzutretenden Schicht . Den ganzen Tag, die ganze Nacht, als gäbe es kein morgen! Ohne Schlaf, im vollen Risiko der Entlassung für Nichterscheinen bei der Arbeit. Trotz angekündigter Suspendierung und anderen Konsequenzen seitens der Arbeitgeber – meist Hotels (in Antigua sind 75% der Einwohner im Tourismus beschäftigt) wo es bekanntlich keine Feiertage gibt – lassen sich die Antiguans (sprich Äntiiigäns) ihren Rausch nicht nehmen. Am „Mardi gras“ – vergleichbar mit unserem Faschingsdienstag, gipfelt dann alles noch einmal in einer noch größeren Parade lachender Gesichter. Die neuen Sieger und ihre Mitstreiter sammeln sich zum „last lap“ – dem „Kehraus“ – und ziehen noch einmal durch die ganze Stadt. Diesmal sind alle Straßen hoffnungslos verstopft aber wer dabei sein will, kommt auch zu Fuß! Unvorstellbar, wie sie in ihren oft riesigen, sperrigen, schweren Kostümen der Hitze trotzend, immer im Takt, als Teil der endlos scheinenden Parade eine beachtliche Strecke zurücklegen.
Dies ist wohl für Touristen die interessanteste Veranstaltung, obwohl auch hier die Einheimischen in der Überzahl sind – auch unter den Zuschauern! Der Antiguanische Karneval gilt wohl eher als Geheimtipp. Trinidad und Tobago sind die berühmtesten Karnevals-Inseln.
Gleichmacher Karneval
Im Karneval trifft Arm auf Reich, wo sonst die Klassengesellschaft regiert (gar nicht so sehr der Rassismus) mischt sich Schwarz mit Weiß zum bunten Treiben. Ein Mal im Jahr sind alle gleich: Manager tanzen in den selben engen Kostümen wie ihre Angestellten, politische Feinde wippen zu den selben Rhythmen, werden für zehn Tage zu Freunden, Teil einer einzigen pulsierenden Masse. Es lebe der Karneval als wunderbarer „Gleichmacher“! Man ist enthemmt, alles ist möglich, jeder reibt seinen Körper an jedem… wem´s nicht gefällt, der bleibt besser zu hause! Auch sonst ist während dieser Tage sozusagen alles erlaubt: Glücksspiel, Wetter, die Rastadroge „Ganjah“, alles was per Gesetz verboten, für diese zehn Tage gilt eine ungeschriebene Generalamnestie in der „Karnevalstadt“ auf dem Recreation Ground.
Entlang des Independance Square führend, endet die Abschlussparade wieder einmal im Stadion, wo im Anschluss noch einmal die Nacht durchgetanzt wird. Im Morgengrauen ist der Spuk vorbei, müde aber happy ziehen die letzten Erschöpften nach Hause – oft auf die andere Seite der Insel, und auch wenn es gleich wieder zur Arbeit geht: die Motivation ist, dass schon morgen die Vorbereitungen für den nächsten Karneval beginnen!
Nach dem Karneval ist vor dem Karneval.
* Herman Wouk: "Don´t stop the Carnival"
ein Roman über die Tücken des "Caribbean Way of Life" für "Gastarbeiter", Expatriates und andere Aussteiger...
Harry Belafonte "Don´t stop the Carnival"
Burning Flames live at Antiguan Carnival 2007
Montag, 10. August 2009
Ehemann No. 8
eigene Übersetzung/Bearbeitung
Freitag, 7. August 2009
Schmunzelmonster
Du schmunzelst, schaust mich an,
lässt mich mit meinen Gefühlen allein.
Ich mag dich wie du bist. Ich hasse es wie du zu mir bist.
Du bist da. So weit weg. Unerreichbar für mich.
Ich fühl mich so gut bei dir. Ich sehn mich nach dir.
Ich muss dich vergessen!
Du schenkst mir Aufmerksamkeit.
Du stößt mich weg von dir. Du lässt mich nicht los.
Du ziehst mich mit den Augen aus. Du flüchtest vor mir.
Du hast Angst vor mir?
Ich will Dich! Nur heute Nacht.
Du verletzt mich in meiner Weiblichkeit.
Weil ich zu dominant bin? Zu mütterlich?
Zu weiblich rund? Zu unrund.
Ich will Dich als Mann. Als Freund. Als Partner.
Gestern. Heute. Morgen. Wie Keinen zuvor.
Ich hab mich ausgezogen vor dir, Mich verletzbar gemacht.
Bin gebrochen.
Wir sprechen die selben Sprachen. Wir verstehen einander nicht,
reden aneinander vorbei.
Du schmunzelst. Vielsagend. Aussagelos.
Es bleibt ein Fragezeichen. Eingebrannt in meine Seele.
Du schmunzelst. Ich weine eine Träne…
Du Monster!
Donnerstag, 30. Juli 2009
Requiem für das Y-Chromosom
Was müssen meine müden Augen da auf ORF.on lesen? Das „Y-Chromosom könnte ,aussterben´“ und das wo ich gerade erst angefangen habe „des Pudels Kern“, also das Y-Chromosom zu verstehen. Habe ich doch erst jüngst eine äußerst interessante und nicht minder logische Theorie zum Thema zwischengeschlechtliche Kommunikation gelesen:
Y-Chromosomen kennen keine Frauen*
Nach dieser Theorie ist das Y-Chromosom, dass ja tatsächlich nur in Männerkörpern vorkommt und vom Vater zum Sohn weitergegeben wird, Träger hochkonzentrierter Männlichkeit, Erbe tausender Generationen des „starken Geschlechts“. Das Machogen verfügt über einen Erfahrungsschatz der weit über den Chromagnon Mann zurück reicht bis zu den ersten Säugetieren überhaupt aber es hat nie die Welt aus weiblichen Augen betrachtet. Zu dem wurzeln seine Erinnerungen ausschließlich auf Erfolgsgeschichten.
"Wann ist ein Mann ein Mann?"****
Hat es doch immer einen starken Selektionsdruck bestehen müssen. Nur das stärkste Männchen im Rudel kam zum Zug, nur der reiche Pasha durfte seine Haremsdamen beglücken, nur der siegesreiche Ritter ein Burgfräulein zur Frau nehmen. Und so wurde aus jeder Generation von Männern, Sieger aus einer Gruppe von Siegern ausgewählt. Klein Y ist damit quasi der Extrakt der Siegergene.
"Männer bestechen durch ihr Geld und ihre Lässigkeit"****
Mit der Einführung der Familie – erst in der Neuzeit unserer Zivilisation also – wird diese verschärfte Auslese obsolet. Jetzt hat im Prinzip jeder Mann eine Fortpflanzungschance, dabei selektiert die Frau und als Kriterium gilt Macht und Geld (als Antwort auf den Urinstinkt der Sicherung der Nachkommen). „Klein Y als letzter Hort der Männlichkeit“** hat das noch nicht kapiert. Es wähnt sich immer noch in Siegerkörpern, dabei wird es schon längst auch von „Schwachen“ zu noch Schwächeren weitergegeben…
Eine Krankheit namens Mann**
Die Folge scheint eine fortschreitende Degeneration des Männermacher-Gens zu sein. Studien besagen, das Y-Chromosom hat schon 2/3 seiner ursprünglichen Größe eingebüßt. „Verluste werden unweigerlich vom Vater auf den Sohn vererbt. […] in dem Maße, wie Y-Chromosom verfällt, schwindet Fruchtbarkeit des Trägers“**. Tatsächlich seien ¼ der Unfruchtbarkeitsfälle auf verletzte Y-Chromosomen zurückzuführen. Wissenschaftlern zu folge könnte das Y-Chromosom in 5000 Generationen, also ca. 125.000 Jahren völlig verschwinden.
Wie war das mit Darwins Theorie? Nur der Stärkste und so…. und nun ist doch das „starke Geschlecht“ vom Aussterben bedroht? Vielleicht ist das Weibchen eben doch anpassungsfähiger! Adapt or die!
Der Britische Biologe Steve Jones versteigt sich sogar zu der gewagten Aussage „was des Mannes Bedeutung für die Fortpflanzung angehe, müsse man ihn als ´Parasiten´des Weibchens einstufen“.**
Interessant in diesem Zusammenhang ist auch die Tatsache, dass das X-Chromosom viel älter ist als das Y-Brüderchen. Die Mutation Y-Chromosom trat „erst“ vor 320Mio. Jahren auf. Und auch die sog. „Mitochondriale Eva“ (die Frau mit der wir Frauen alle verwandt sind) wandelte laut Archeogenetik (was es alles gibt!) schon 85.000 Jahre vor Adam-Y (der Vater aller Männer) im Paradies…. Wer ist nun aus wessen Rippe???
"Männer sind so verletzlich..."****
Das Machogen neigt zum Verfall. Das Y-Chromosom ist, wie seine Träger übrigens, deutlich anfälliger als die große Schwester X. Schon als Fötus sind Jungs anfälliger, es gibt deutlich mehr männliche Fehlgeburten.
"Männer sind schon als Baby blau"****
Mädchen werden schon mit höherem Reifegrad geboren als Jungs. Gemäß einer Studie in England verursachen männliche Jugendliche auch 10 mal höhere Kosten wie Mädchen (durch Krankheit, Kriminalität etc.). Träger von doppelten Y-Chromosomen (also XYY ) wird gar eine niedrigere Intelligenz attestiert, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit straffällig und das Y sogar „Mörderchromosom“ genannt.
"Männer kriegen ´nen Herzinfarkt"****
Männer sterben früher (übrigens auch mehr Unfalltote – durch Fehleinschätzung von Risiken! - tja, beim Einparken gits wahrscheinlich selten Tote...). Laut Studien ist tatsächlich das Testosteron daran schuld, so sterben Kastraten angeblich im Durchschnitt 13 Jahre später (dafür wahrscheinlich depressiv!).
"Männer sind auf dieser Welt einfach unersetzlich"****
Ereilt uns das selbe Schicksal wie den Dinosauriern: Frustrierte Weibchen, Artentod durch Männersiechtum?
Oder geht es (technisch) doch auch ganz ohne Männer? "Schöne neue Welt 127000 n. Chr." Ein „sapphisches Utopia“**.
Es lebe das Matriarchat! – übrigens keine Utopie, sondern gelebte Realität in der frühen Urgeschichte, auch noch in der Antike (Lesbos) und manchen Kulturen der Neuzeit (Indien, Irokesen, Tuareg etc.) wie in Naturvölkern sogar heute noch in entlegenen Winkeln unseres Erdenrunds.
"Männer sind furchtbar stark"****
Nur, wer würde dann die Spinnen töten, die Reifen wechseln und über wen würden wir dann stundenlang am Telefon mit den Freundinnen lästern??? --> Rettet das Y-Chromosom! (wer braucht Wale? – das Hemd ist mir dann doch näher als der Rock!!!!)
The Answer is SEX
Dabei stellt sich mir erstmal die Frage, warum denn dann das Ganze? Ich meine Mann, Frau. Das ganze Theater..? Die Antwort ist so einfach wie logisch: SEX what else? Klar, es macht das Leben spannend, schön, entspannend, …. Ja, Ja, Ja!!!!!
Dabei hat der „Spaß“ aber auch einen tieferen Sinn: nämlich die Vermischung des genetischen Materials, um Defekten entgegenzuwirken. Und doch ereilt das „starke Geschlecht“ eben ein solcher und das Machogen „schrumpft einer ungewissen Zukunft entgegen“**.
Spannend: In der Tierwelt sind schon konkrete Szenarien zu beobachten. So reduzieren sich bei den Anglerfischen die „Männchen“ gar schon aufs einzig Wesentliche. Die Männchen dieser Gattung bestehen tatsächlich und ausschließlich aus ihren Genitalien. Quasi ein schwimmender, bio-betriebener Vibrator!
Im Kaukasus leben Mull-Lemminge, deren Männchen bereits ohne Y-Chromosomen existieren. Leider können die Weibchen nicht befragt werden, was die Auswirkungen auf ihr Sexleben und die zwischengeschlechtliche Kommunikation sind. Aber wie clever Lemminge sind und wie sie oft enden ist ja bekannt…
* aus „Männer eine Spezies wird besichtigt“ von Dietrich Schwanitz
** Der Spiegel 38/2003 „Eine Krankheit namens Mann“ Jörg Blech/Rafaela von Bredow
****Vorschlag für Requiem: Männer von Herbert Grönemeyer genial aufbereitet auf youtube.de
Bernhard Ludwig zum Thema Mann-Frau Komminukation
Y-Chromosom auf Wikipedia
Sonntag, 19. Juli 2009
The Future is Bright
Dienstag, 14. Juli 2009
Männerflüsterin im Training
Gleichzeitig mutiert das vermeintlich „starke Geschlecht“ zu Softies, Möchtegern-Frauenverstehern und Kuschelmonstern, die unsereins mehr langweilen als an- bzw. ausziehen.
Die zwischengeschlechtliche Kommunikation wird durch diese Entwicklung keineswegs einfacher, im Gegenteil Venus und Mars scheinen weiter auseinander zu driften.
Dieser Umstand hat eine gänzlich neue Branche hervorgebracht. Sogenannte Single-Coaches bieten Seminare und Trainings für lernwillige, vermeintlich verzweifelte und erstaunlich vermittelbare (attraktive!) Singles wie Du und ich.
„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück. “ (Benjamin Britten)
Da spreche ich vier Sprachen und kann mich Mann doch nicht friktionsfrei mitteilen? Frei nach dem Motto „es ist nie zu spät“ habe ich mich beim führenden deutschsprachigen Single-Coaching-Institut zum Seminar mit dem vielversprechenden Titel „Männerflüsterin“ angemeldet. Um künftig nicht nur Marsianisch besser verstehen (statt interpretieren) zu können sondern vor allem auch meinen venusischen Akzent zu mäßigen .
Schon bald wird mir klar: „ich weiß, dass ich nichts weiß“ (Platon). Jedenfalls weiß ich jetzt, dass ich viel „falsch“ mache…
„Come on baby, light my fire…”
Als Frau der vielen Worte falle ich schon rasch durch. Gilt es doch in erster Linie zuzuhören, echtes Interesse zu zeigen, nachzu fragen und Emotion zu zeigen…Klingt logisch, in der Praxis aber eine Herausforderung: Was wenn das Gegenüber maulfaul ist? Wenn die Antworten auf meine offenen (!) Fragen karg sind? Wenn das Erzählte keine Emotion auslöst bei mir? (faken? jetzt schon?) Was wenn nicht mal er Emotion bei seiner Erzählung zeigt?
Immerhin in der "geschützen Werkstätte" des Seminars gelang der Versuch: Ich hatte ja bereits davon gehört, dass Zuhören Wunder wirken soll. Der Test hat mich dann aber doch verblüfft. Tatsächlich empfinden Männer ein “Gespräch” als besonders interessant, wenn allein sie selbst reden dürfen und Frau nur hingebungsvoll seinen Worten lauscht, bewundernd nickt und womöglich noch Emotion für jedweges – auch noch so uninteressante – Thema zeigt. Feuer fangen, statt sich anbraten lassen!
Von Rittern, Königen und Musen und Geishas
Zickige Prinzessinnen sind eben so out wie mütterliche Retterinnen. Jedenfalls wenn frau einen MANN an ihrer Seite wissen möchte. Das heißt, wir Powerfrauen müssen erstmal wieder strippen, sprich unsere Panzer-Rüstungen ablegen, wieder mehr das Weibchen hervorkehren um Ihn zum Ritter zu machen. Entwaffnen heisst das Motto. Make Love not war. Im Krieg sind wir doch nur unterlegen!
Statt mütterlicher Retterin, begegnen wir ihm als Muse. Seinem "Licht" folgend erwecken wir den Ritter in ihm - und wer läßt sich nicht gerne von der Muse küssen?
Bei allen DOs and DONTs gilt es aber nicht zu vergessen: es geht darum Spaß zu haben!!! D.h. weniger Fokus auf das eigene Styling als auf das Auftreten, die Emotion und vor allem auf das Gegenüber!
Klartext
Es geht darum den Ritter im Manne anzusprechen, ihm die Aufgabe zu geben die er gerne erfüllt, anstatt zu kritisieren, zu jammern, anzuklagen... Dabei ist eine möglichst klare Sprache gefragt. Wünschen, nicht betteln, nicht verhandeln.
Er sollte aber auch immer die Wahl haben. Das Recht Nein zu sagen, ohne dass Prinzesschen austickt oder schmollt. Schliesslich hat frau auch noch andere Techniken um das zu erreichen, was sie möchte.
Leadership by Easing
Das Zauberwort heisst: Nachgeben. „Wer nachgibt führt“ heisst es nicht zu letzt in einem alten Sprichwort. Als erfolgreiche Managerinen ist uns ein „Win Win“ aus der Businesswelt ja vertraut. Warum also nicht auch im Privatleben optimierte Kompromisse finden anstatt die Opferrolle einzunehmen und ihn (und uns selbst) durch Liebesentzug zu bestrafen? Wenn da nur nicht die Emotionen dann doch dazwischen kämen...
Es gibt also noch viel zu Lernen. Aber manchmal macht das Üben ja auch Spass! In diesem Sinne liebe Waffenschwestern: die Waffen nieder!
„Wir Frauen folgen den Männern gerne dahin, wohin wir sie führen“ (Ava Gardner)
"Frauen die die Stärke besitzen, aus Liebe schwach zu werden…" (Polly Adler)
„Frauen, die lange ein Auge zudrücken, tun es am Ende nur noch, um zu zielen.“ (Humphrey Bogart)
"The flirt reacts. She laughs at the jokes, clucks at the sad parts, applauds bravery. I really think it gets easier to flirt as you get older because you learn to listen to any man, employing the same charm and rapt attention you once reserved for seven-year-olds."
Helen Gurley Brown (Frontfrau der sexuellen Revolution - Autorin des Megabestsellers "Sex and the Single Girl" und Cosmopolitan-Chefredakteurin der ersten Stunde)
Buchtipps:
"Er steht einfach nicht auf Dich" von den "Sex and the City"-Co-Drehbuchautoren Greg Berendt und Liz Tucillo - als "Sex and the City"-Spin-Off auch schon verfilmt.
"Männer - eine Spezies wird besichtigt" Dietrich Schwanitz - sehr interessante Thesen, die so manches in einem anderen Licht zeigen und damit das Rätsel Mann doch ein Bißchen verständlicher machen...
"Der Flirtcoach" Peta Heskell
Single-Coaching:
open4life Coaching, Seminare und Events
Regina Swoboda bei Vera exklusiv(ORF)
Apropos zwischengeschlechtliche Kommunikation
aus "Du hast doch was!" (Orig. "As If") 2004von der britischen Kult-Cartoonistin (The Independent)
Sally Ann Lasson
übersetzt von Werner Mückler
Deutsche Erstveröffenlichung 2005
Verlag blanvalet
Montag, 6. Juli 2009
Ente à la Wienerin
Der Stein des Anstoßes: ein skurriler Artikel im Rahmen des Dossiers mit dem vielversprechenden Titel „Vagina – das geheimnisvolle Land“. Der Artikel „Die Genitalleserin“ handelte von einer georgischstämmigen Deutschen, welche ihre Dienste als Genitalleserin(!) feilbietet. Also einer Wahrsagerin, welche anstelle aus der Hand, am Genital die Zukunft abliest. Angeblich eine alte Tradition in Georgien.
aus Wienerin Nr. 235, April 2009Seite 156
(mit Erlaubnis meiner Frisörin extrahiert)
Typenlehre - Deutung
Es werden Typen beschrieben, welche anhand der Form ihrer Schamlippen (bzw. ihres Penis) charakterisiert werden. Desweiteren sei es möglich anhand bestimmter Merkmale, wie Ausformung und Färbung, konkrete Fragen zu klären und damit Entscheidungshilfe in allen Lebenslagen zu erhalten. 4000 Frauen in Deutschland und den Niederlanden hätten diesen Service bereits beansprucht (über den Wahrheitsgehalt bzw. Erfolg steht freilich nichts).
Online-Service
Das Service wird online angeboten – zwei Vagina-Fotos und 40€ und frau ist dabei. Männer benötigen übrigens 3 Fotos von ihrem besten Stück – Penislesen sei schwieriger (AHA!?).
screenshot http://astrogenital.de/Meine Nachforschung
Ich fand das Thema doch so skurril-interessant, dass ich mir den Spaß gönnte es zu googeln, bzw. die angegebene Website (für mehr Infos! – nicht mal als Quellenangabe, was passender gewesen wäre, denn auf der Originalwebsite steht nämlich genau nur das „zitierte“).
Die Homepage selbst ist eher popelig und offensichtlich nicht sehr aktuell. Immerhin, das Gästebuch ist unterhaltsam…. (kein einziger ernst zu nehmender Eintrag, was schon ein deutliches Indiz dafür ist, dass diese Seite schwerlich ernst gemeint sein kann – oder ein Marketingkrüppel dahinter steckt, wer sonst würde derartig „geschäfts- und rufschädigende“ Einträge stehen lassen?).
Google spuckte übrigens nichts über derartige Traditionen in Georgien aus, dafür jede Menge Foreneinträge, wo immer wieder über diese einzige Quelle diskutiert wurde. Das ist durchaus legitim. Ob das auch für einen derart simpel gestrickten Artikel in einem Hochglanz-Printmedium gilt ist fraglich. Sicherheitshalber wurde gar kein „Autor“ angeführt. Allerdings auch nicht der Hinweis „(bezahlte) Werbung“ oder "April, April" - immerhin, wenn man bedenkt, dass dieses Heft wohl zum 1. April erschienen ist, wiederum passend...
Anm. einer “Idipferlreiterin” bzgl. Layout: Die Orchideen sind hübsch. Ich liebe (wie wir wissen) Orchideen. Wie wir wissen, sind diese jedoch eher Symbol männlicher Genitalien (Orchid = grich. Für Hoden). Lotusblüten oder Pfingstrosen wären da schon passender gewesen… (s. linke Spalte).
Anm. 2: Georgien ist ein wunderschönes, interessantes Land (ja, ich war schon dort!), wo es bestimmt viele alte, spannende Traditionen gibt, ob Genitallesn dazu gehört bezweifle ich...
aber vielleicht kommt die gute Martha Olschewski ja aus Ratscha, das ist das georgische "Burgenland" bzw. "Ostfriesland". :-)
auch nicht schlecht: Wikipedia-Eintrag zum Thema "Vagina" auf Boarisch
Der Zweifel ist der Beginn der Wissenschaft. Wer nichts anzweifelt, prüft nichts. Wer nichts prüft, entdeckt nichts. Wer nichts entdeckt, ist blind und bleibt blind. (Teilhard de Chardin)








