Donnerstag, 23. Juni 2011
Mittwoch, 22. Juni 2011
Was war vor "Sex and the City"? III
Die heute so berühmte Carrie Bradshaw nimmt sich im Vergleich mit ihrem historischen Vorbild jedoch schlichtweg als "Unschuld vom Lande" aus. Gemein ist ihnen: weit über ihre Verhältnisse zu leben, ihre bedingungslose Liebe zu New York, ihr Stil, ihr Einfluß, ihr Humor und das Schreiben von Kurzgeschichten - u.a. für den "New Yorker" und "Vogue".
Wenngleich Dorothy Parker tatsächlich mit dem Who-is-Who des New Yorker Geldadels verkehrt (in mehr als einer Hinsicht) und einige der brillantesten Schriftsteller zu Ihrem "Vicious Circle" am "Round Table" des Algoquin Hotels schart, ist ihr Leben tatsächlich doch eher trist. Sie soll zwar auch immer in die neueste Mode und feinstes Tuch gehüllt gewesen sein , Shopping war aber die geringste ihrer Süchte. Schwer Alkohol- und Medikamentensüchtig starb sie letzten endes, einsam und verarmt in einem kleinen Hotelzimmer jenseits der 72. Strasse - dabei hörte New York für sie einst eben dort auf...
"Ich möchte niemals irgendwo hingehen, von wo aus ich nicht bis spätestens Mitternacht zum Broadway und in die 44. Straße zurückkommen kann."
Ironie von der Wiege bis zur Bahre
Die leidenschaftliche New Yorkerin wurde 1893 als Halbjüdin, als Dorothy Rothschild (allerdings nicht von DEN Rothschilds) in New Jersey geboren - im Sommerurlaub der Familie. "Ich wurde um die Ehre gebracht, eine gebürtige New Yorkerin zu sein, weil ich zur Welt kommen musste, während die Familie den Sommer in New Jersey verbrachte (...)". I
hre Kindheit war bereits von Drama gezeichnet, so soll sie schon früh mit dem Spruch "what fresh hell is this?" die Türglocke oder das Telefon beantwortet haben. Depressionen begleiteten sie ihr Leben lang.
Sie war eine der einflußreichsten US- TheaterkritikerInnen und SchriftstellerInnen und feierte mit ihren Kurzgeschichten große Erfolge. Einen Roman zu schreiben gelang ihr nie, ihre Drehbücher, die sie als hochbezahlte Autorin diverser Hollywoodstudios verfasste, wurden meist nie verfilmt (oder letztendlich nicht veröffentlicht) und ihre eigenen Theaterstücke waren Flops.
Die zwei Dutzend "Algonks" - so nannten sich die "Tafelritter" - erhielten zusammen sieben Oscarnomminierungen, vier Oscars, zehn Pullitzerpreise und zwei Tony Awards. Dorothy Parker selbst sollte keinen dieser begehrten Preise ihr eigen nennen.
In Ihrer Zeit bei "Vanity Fair" machten sie und ihr Kollege und Lebensmensch Robert Benchley sich den Spass "komische" Todesanzeigen auszuschneiden und aufzuhängen und ihre eigenen Grabinschriften zu verfassen. Ihr früher Entwurf lautete "Excuse my Dust".
Die Urne mit der Asche ihrer sterblichen Überreste sollte dann tatsächlich 22 Jahre in Abstellräumen von Bestatter und Anwälten verstauben, bis sie 1988 endlich ihre letzte Ruhe und Ehre in einem ihr gewidmeten "Dorothy Rothschild Parker Memorial Garden" - in Baltimore (!) findet.
Dorothy und ich
In unseren Breiten ist Dorothy Parker weitgehend unbekannt. Scha(n)de. Ich habe zwar in Vorbereitung auf meine erste New York Reise, vor 20 Jahren, eine ihrer Kurzgeschichten gelesen, sollte sie aber dann wieder vergessen. Ich "begegnete" ihr erst wieder in in den Kolumnen von Polly Adler, welche sie gerne zitiert.
Ich selbst konnte auch ein paar Gemeinsamkeiten mit der New Yorker Grande Dame ausmachen, ich mag nicht so mondän und brillant sein, den Hang zum Drama, das fehlende Glück mit Männern und das Zweifingersystem, mit welchem ich hier tippe, teile ich jedenfalls mit ihr...
Nun ist eine sehr interessante und kurzweile deutschsprachige Biographie mit dem spritzigen Titel "Noch ein Martini und ich lieg unterm Gastgeber" (ein Dorothy Parker Zitat, what else?) von Michaela Karl erschienen, welche ich freilich flugs mit Genuss verschlungen habe!
„Ich habe mit Entsetzen, aber auch einer gewissen Erleichterung festgestellt, dass eine Frau gar nicht klug genug sein kann, um nicht doch einen bemerkenswert schlechten Geschmack zu haben, was Männer anbelangt, und dass eine grenzenlose Leidenschaft zum Unglücklichsein nicht davon abhalten muss, witzig zu sein.“ (Michaela Karl, Biografin von Dorothy Parker)
Es gibt auch einen schönen (traurigen), hochkarätig besetzten Film über Sie und ihre Tafelrunde: Mrs. Parker und ihr lasterhafter Kreis (englischer Originaltitel: Mrs. Parker and the Vicious Circle bzw. Mrs. Parker and the Round Table).
Meine Lieblingszitate von Dorothy Parker:
Dorothy Parker auf die Frage wie ihr Traumman aussähe: „Brillant genug, um unterhaltsam zu sein, böse genug, um aufregend zu sein, und clever genug, um ein guter Zuhörer zu sein.“
„(Der Boss) hat dich noch nie gesehen, wenn du um 8.45 Uhr ins Büro gekommen bist, aber komm einmal um viertel nach zehn, dann wird er mit dir im Lift hochfahren“
„Wenn du wissen willst, was Gott über Geld denkt, dann guck dir bloß die Leute an, denen Er es gegeben hat.“
„I know the things I know, And do the things I do; And if you do not like me so, To hell, my love, with you!“
Rena Koenig: If I had a Gun
Hommage à Niki de Saint Phalle
70x90cm, Acryl auf Leinwand
10/2010
„If I had a shiny gun, I could have a world of fun. Speeding bullets through the brains, Of the folk who give me pains.“
„Spott mag mein Schild sein, aber es ist keine Waffe“
„Ich weiß es wird ein großer Schock für sie sein, Mr. Goldwyn, aber in der Geschichte der Menschheit, die Millionen und Abermillionen Menschenleben gesehen hat, hatte nicht ein einziges ein Happy End.“
„Schick niemals einen Laufburschen zu einer Besorgung, für die es einen ganzen Mann braucht.“
„Alles ist immer schlimmer, als man sich´s vorgestellt hat.“
„Frauen und Elefanten vergessen niemals.“
„London befriedigt dich, Paris lässt dich resignieren, New York aber gibt dir immer Hoffnung.“
„An dem Tag, an dem du Ungerechtigkeit akzeptierst, solltest du dich erschießen.“
Was war vor "Sex an the City" I
Sonntag, 29. Mai 2011
Montag, 23. Mai 2011
Filmtipp
Adèle und das Geheimnis des Pharaos
("Les aventures extraordinaires d´Adèle Blanc Sec")
Freitag, 13. Mai 2011
Die Blüten der Jahrhunderthochzeit II
Sonntag, 1. Mai 2011
Die Blüten der Jahrhunderthochzeit I
Mein eigener Schwager sagte mir gestern noch, die Royale Hochzeit ginge ihm am Allerwertesten vorbei. Jetzt habe ich erst verstanden, er meinte Pippa´s Selbigen! Jedenfalls hat er sich die Mühe gemacht gleich drei Fangruppen des neuerdings berühmtesten Hinterteils auf Facebook anzuklicken... wie er wohl darauf kam, wo er doch die Hochzeitsübertragung gar nicht gesehen hat?
Dem ist nichts mehr hinzuzufügen!
Sonntag, 24. April 2011
Die dicksten Dinger
Neulich beim Landheurigen ein Kräftemessen unter Männern der etwas anderen Art. Armdrücken und Bizepsvergleiche sind out und es ging auch nicht um den heissesten Flitzer – vielleicht in Ermangelung Selbiger? – nicht einmal um das coolste Smartphone – tja wo doch das iPhone mittlereweile ohnehin schon Einzug in die letzte Hausbesorgerwohnung gefunden hat...
Diary Queen hat wieder eine Landpartie gewagt und kann auch wieder was erzählen: Mit zwei Freundinnen ging´s zum Heurigen in der idyllischen Wachau. Da wir nicht die einzigen waren und alle Tische besetzt waren, gesellten wir uns zu sechs "jungen" Männern, die sich als angenehm unaufdringlich erwiesen, schlußendlich dann aber doch unsere Aufmerksamkeit gewannen:
Die Jungs packten ihr (zweit)bestes Stück aus und gingen direkt zum Größenvergleich über. Die „nackten“ Tatsachen am Tisch präsentierten sich in Form ihrer Geldbörsen! Wer hat die Dickste? – nicht mal die Chickste, das wäre ungeich interessanter gewesen, schließlich läßt Ausführung und Zustand des Portemonnaies durchaus auf den Inhalt, jedenfalls aber auf den Stil des Trägers schliessen.
(c) Disney
Nun waren die Dinger tatsächlich in ihrem Erscheinungsbild ebenso unscheinbar und in die Jahre gekommen wie ihre Besitzer und so ging es auch ausschließlich – wie so oft beim Mann - um den Umfang.
Dabei sollte sich doch auch in ruralen Gebieten rumgesprochen haben: size does not (always) matter – Größe ist nicht alles! Die inneren Werte zählen! So kann eine von Kassabons und Rechnungen vollgestopfte Börse vielmehr Ausdruck von Unordentlichkeit sein oder eine umfangreiche Kundenkartensammlung fehlgeleiteten Imponiergehabes. Wuchtigkeit der Börse durch eine contemporär-mobile Münzsammlung ist bei Männern zwar ohnehin selten aber auch nicht wirklich sexy. Selbst wenn die Fülle von bunten – oder gar in Violett und Gelb gehaltenen – Scheinchen herrührt zeugt dies eher von Fahrlässigkeit oder läßt gar Vermutungen über dubiose Provenienz aufkommen.
Kurz: der Versuch unsere Aufmerksamkeit zu erregen ist zwar gelungen, das Outcome kann jedoch als Scheitern angesehen werden: Unsere Reaktion war belustigtes Mitleid und so fühlten wir uns bemüssigt unsere Tischnachbarn aufzuklären: Slim is more! Ein Plastikkärtchen in Gold oder Platin gehalten – gerne auch in Schwarz – oder zumindest eine chicke Spange mit einzelnen Scheinchen in den Modefarben der Saison - Violett, Gelb, Grün - machen den Mann von Welt! Und machmal auch einen Knackpo.
siehe Unikum Herrenhandtasche
und Mysterium Herrenhandtasche
Dienstag, 19. April 2011
Montag, 18. April 2011
Old Spice...
Meine Antwort: JA, wenn er das alles drauf hat... besser als Schweiss...
Mittwoch, 13. April 2011
apropos Equal Pay Day
die besonders "originelle" Briefmarke Neuseelands anläßlich der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton
Als Marke wird jedoch wohl zum absoluten Sammlerobjekt.
Den "Designer" bzw. den Verantwortlichen für diesen Faux Pas hat es den Job gekostet... und das zu Recht!
Pressemeldungen dazu:
BBC
Daily Mail
The Telegraph










